Geschichte der Abteilung

 


S O   F I N G   A L L E S   A N

Warum und wie diese Abteilung entstanden ist
Grundsatzrede von Jürgen Gerling auf der Gründungsversammlung


Herzlich Willkommen, liebe AWO-Freunde, liebe Gäste,
zur Gründungsveranstaltung der neuen Abteilung Humanitäre Hilfe hatte ich am 11. Mai 2001 eingeladen.
Es geht darum, die Humanitäre Hilfe als einen festen Bestandteil der AWO-Arbeit zu etablieren.
Vorangegangen sind 10 Jahre Rumänienhilfe. Die meisten, die heute hier sind haben diese Initiative jahrelang begleitet, unterstützt oder sind mit in Rumänien gewesen. In der Vergangenheit bin ich in verschiedenen Abteilung innerhalb und außerhalb der AWO gewesen und habe über die Hilfe in Rumänien informiert.
Auch im vierteljährlich erscheinenden Tempelhofer AWO-Boten habe ich oft berichtet und auch zu Spenden aufgerufen.
Eine Paketpackaktion hier in der Spukvilla anlässlich eines Herbstbasars war ein großer Erfolg. Wir hatten damals ALDI-Filialen leergekauft.
In diesem Jahr sind wir am 25. Mai nach Rumänien, in die Bukowina, nach Cimpulung Moldovenecz gefahren. Im Vordergrund für den Hilfsgütertransport stand diesmal das Kinderheim von Vama. Hier leben ca. 40 Kinder im Alter von 3 bis 15 Jahren.
Mein Spendenaufruf war erfolgreich. Von Reinhold Voth, unserem AWO-Landesvorsitzenden erhielt ich für die Aktion 2.000,- DM, ebenso 2.000,-DM von Peter Maffay. Mitglieder und Freunde spendeten weiterhin Geld für Lebensmittel, z.B. haben die Mitarbeiter des Louise-Schroeder Hauses spontan 150.- DM gespendet Die Friedrich Karl Gettkandt-Stiftung hat Geld zur Verfügung gestellt für den Ankauf von Decken, Gummiunterlagen und Wärmflaschen und sich an den Transportkosten beteiligt. Die Kleiderkammern der AWO haben sich ebenfalls mit Sachspenden eingebracht. Aber auch unsere Einrichtungen das Lore Lipschitz-Heim, das Franz Neumann Haus und Jugendwohnen am Steinberg haben geholfen, Geschirr, Töpfe wurden zur Verfügung gestellt, Rollstühle und Gehhilfen aber auch Toilettenstühle. Ärzte und Apotheken haben uns geholfen. Die Päckchen sind gepackt und Lebensmittel für das Kinder- und Altenheim eingekauft.
Allen Helfern, Spendern und Mitgliedern, die uns unterstützt haben, ganz herzlichen Dank.
Der bisherige Ansatz, dass die Sachen persönlich überbracht werden, soll möglichst beibehalten werden, der Schwund hält sich damit in Grenzen.
In Rumänien ist bisher die orthodoxe Kirche unser Ansprechpartner, mit ihnen werden die Sachen weitergeleitet an:
Krankenhaus, Poliklinik, Altersheim, Kindergarten, Schule und seit einem Jahr auch an ein Kinderheim und auch an bedürftige Familien und Einzelpersonen.
Um den Aufbau einer Sozialstation oder eine Suppenküche bemühen wir uns, allerdings ist dies ein schwieriges Unterfangen.
Neben Rumänien unterstützen wir die Heilsarmee, die in Pankow, in der Kuglerstr., eine Begegnungsstätte und Wärmestube für Obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte Bürger unterhält.
Ein 14 tägiger Arbeitseinsatz von mir, in Weißrussland, in einer Kolchose, fand im vergangenen Jahr statt, zum Einbau einer neuen Heizung und Modernisierung des Sanitärbereichs in einem Kindererholungsheim für strahlengeschädigte Kinder. Hier entstehen gute Kontakte, die sich ausbauen lassen.
Den deutsch-russischen Kulturverein, der sich im Raum Moskau und
St. Petersburg engagiert, haben wir ebenfalls unterstützt.
Warum nun eine eigene Abteilung werden sich viele fragen.
Während ich bisher der Motor für diese Aktivitäten war, will ich die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen, die Bereitschaft zum Mitmachen fördern, alle Interessenten einbinden um deren vielfältige Fähigkeiten zu nutzen.
Ohne Geld (Moos) ist nichts los. Die meisten Kosten entstehen für den Transport. Wir veranschlagen für die Fahrt nach Rumänien pro Fahrzeug
600,- DM. Daneben muß jeder Teilnehmer einen Beitrag von ca. 300,- DM für Verpflegung und Unterkunft beisteuern.
Ich will es mal auf eine Nenner bringen
Wir wollen Gutes tun,
dort wo Hilfe notwendig ist, wollen wir helfen.
Wir wollen auch Brücken schlagen zwischen Helfern und Bedürftigen.
Helfen mit praktischer Arbeit, z.B. finanzielle und praktische Unterstützung bei der Dachreparatur des von uns besuchten Kinderheimes, mit Beratung und mit Sachspenden. Das bedeutet, wir benötigen sowohl Geld- als auch Sachspenden, Sponsoren und Helfer die mitmachen, sich für die Sache begeistern und unsere Idee weitertragen.
Wir werden aber auch das Gesellige pflegen. Vorträge über unsere Arbeit werden zu unseren Aktivitäten gehören wie auch Ausflüge, Kegeln und anderes. Wir werden bei anderen über unsere Arbeit berichten oder andere Träger zu uns einladen, damit wir über deren Ziele informiert werden.
Ich stelle mir auch vor, dass wir Hilfsgüter bevorraten, z.B. Rollstühle, Kinderspielsachen, Wäsche, Bekleidung und Schuhe, auf die wir bei Bedarf zurückgreifen können.
Bei den Spenden für Lebensmittel wird zu überlegen sein, dass ein Teil der Nahrungsmittel vor Ort gekauft wird,
1. wir unterstützen die Wirtschaft vor Ort,
2. wir sparen Transportkosten und
3. reduzieren die Probleme mit dem Zoll.
Wie bereits erwähnt ist unser Ziel die Suppenküche zum laufen zu bringen, d.h.
1. Ausgabe einer warmen Mahlzeit, evtl. sogar Verteilung an ältere und kranke Bürger, die nicht zur Suppenküche kommen können,
2. Wärmestube, d.h. in der kalten Jahreszeit sollen sich die Bewohner des Ortes dort aufhalten und aufwärmen können,
3. Einsammeln und Verteilung von Brennmaterial,
4. Ausgabe von Bekleidung (Kleiderkammer),
5. Betreuung in der Wärmestube,
6. Beratung und Anregung zur Selbsthilfe.
Das heißt auch eventueller Arbeitseinsatz vor Ort, so können Handwerker helfen z.B. die Sanitärsituation und Heizung zu verbessern, Schneiderinnen bei der Wäschepflege tätig werden, sozialpädagogische Mitarbeiter Projekte begleiten und Helfer anwerben und anleiten. Die Schulung in Erster Hilfe kann durch Sanitäter und Pflegekräfte erfolgen, die Akquirierung von Hilfen und Unterstützungen durch Kaufleute und Selbständige erfolgen.
Ganz wichtig sind auch Dolmetscher, unsere Mitglieder Maria und Rebecca sind hier zu erwähnen, sie haben uns schon viel beim Schriftwechsel geholfen.
Ich glaube, dass viele von uns helfen können und wollen, ich will diese Fähigkeiten und Bereitschaft nutzen.
Ich möchte alle Mitglieder einbeziehen, jeder soll ein Repräsentant unserer Humanitären Hilfe sein.
Wir wollen auch neue Aufgabenfelder suchen, neue Partner finden und die Kontakte zu den bisherigen pflegen.
Die Organisation von Hilfsgütertransporten soll ein Standbein sein, nicht jedoch das einzige.
Wir haben viel Sachkenntnisse, auch in praktischen Dingen, die wollen wir weitergeben, dazu machen wir auch Öffentlichkeitsarbeit, jeder an seiner Stelle und für die Abteilung. Vom Einzelnen kann die Abteilung profitieren, die Abteilung bündelt die Kräfte, denn wenn wir alle an einem Strang ziehen, sind wir stark.
Das Ziel ist klar, jetzt gilt es dieses Ziel weiter zu verfolgen und umzusetzen.
Ich bitte Sie mitzumachen.
Denken Sie daran, dass wir etwas besonderes, ja einmaliges in der AWO sind. Ich lade Sie ein, mitzumachen.
Ich bin der Meinung, dass Projektarbeit, wie ich sie hier vorgestellt habe eine Zukunft hat. Sie stellt aber auch eine ständige Herausforderung dar, es ist aber auch eine Chance etwas zu bewegen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit