I N T E R N A T I O N A L E   S O L I D A R I T Ä T



Die Abteilung Humanitäre Hilfe pflegt sie seit 1992 mit Rumänien. Verschiedene Projekte haben wir in der Vergangenheit unterstützt, in der Bukowina, in Siebenbürgen und Satu Mare. Seit vier Jahren fahren wir mit Kleintransportern nach Resita im Banater Bergland. In diesem Jahr war es der erste Hilfsgütertransport, nachdem Rumänien Mitglied in der EU geworden ist. Wir waren von der Grenzabfertigung überrascht, so zügig und problemlos ist es in den vergangenen 15 Jahren noch nie gegangen, stundenlanges Warten, die schleppende und unwürdige Abfertigung, sowie die Kosten für Grenzorgane gehören der Vergangenheit an. 
Trotzdem gibt es noch viel zu tun und unsere Hilfe ist weiter gefragt. Man kann in Rumänien in der Zwischenzeit alles kaufen, sofern man das Geld hat. 
Mit der Arbeiterwohlfahrt Kleinmachnow fahren wir seit vielen Jahren gemeinsam. Resita hat heute etwa 75.000 Einwohner, hatte aber in kommunistischer Zeit etwa 120.000 Bewohner. Resita war und ist auch heute, allerdings in geringerem Umfang, Bergbauregion, abgebaut wurde Erz, Anthrazit und Braunkohle. Riesige Abraumhalden um die Stadt herum, Hochöfen und überwiegend leer stehende Werkhallen und viel, viel Staub und Schmutz zeugen davon und prägen das Stadtbild.
Etwas außerhalb der Stadt gibt es das kommunale Pflege-, Hilfe- und Betreuungszentrum, Centra de Ingrijire si Asistenja, das von Herrn Pavel Fistea, einem Ingenieur, geleitet wird. 230 behinderte und ältere Bürger leben hier.

Über die deutschsprachige Zeitung im Banat, den Redakteur Werner Kremm und durch die Friedrich Ebert Stiftung haben wir das Heim kennen gelernt.
Die Bewohner kennen uns aus den vergangenen Jahren und begrüßen uns herzlich mit Handschlag und Umarmung. Einige sprechen so gut deutsch, dass wir uns mit ihnen problemlos unterhalten können.
Mitgenommen hatten wir Sachspenden wie Rollstühle, Bekleidung für Pflegekräfte, Bettwäsche und Inkontinenzmaterial, Brillen, aber auch Kinderwagen für die Mitarbeiter. Für den medizinischen Bereich hatten wir Stethoskope und Blutdruckmeßgeräte in Berlin gekauft.
Insgesamt sind 155 Mitarbeiter im Heim tätig, Physiotherapeuten, Ärzte, Krankenschwestern und -helfer, Küchenpersonal, Heizer, Pförtner und und ...
Im Heim gibt es neben einer Schweinemästerei auch eine Wäscherei, Tischlerei und Schlosserei, so dass das Heim ziemlich autonom von fremder Hilfe ist. Diese Bereiche stellen auch Arbeitsplätze für die Bewohner dar.
Pavel Fistea leitet das Heim seit 6 Jahren, er hat aus einfachen Mitteln ein Vorzeigeobjekt geschaffen. Er betont immer wieder, dass er ohne unsere Hilfe aber auch von anderen längst nicht so gut dastehen würde. Durch die mitgebrachten Hilfsgüter wird sein ohnehin knapp bemessener Etat für das Heim erheblich entlastet.

Jürgen Gerling